Laut den neuesten von Sinovoltaics veröffentlichten Daten hat die in Betrieb befindliche Produktionskapazität für Solar-PV-Module in der Türkei 13,2 GW erreicht. Dieser Wert übersteigt die kombinierte Modulproduktionskapazität (9,7 GW) von Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Das Land verfügt derzeit über eine Solarzellenproduktionskapazität von rund 2,5 GW und eine Wafer-Produktionskapazität von 1,2 GW. Mehr als 20 Hersteller sind im Modulsegment aktiv, während die Zellproduktion nur von zwei lokalen Akteuren dominiert wird.
Die jährliche inländische PV-Nachfrage der Türkei liegt bei etwa 4 GW, was bedeutet, dass der Großteil ihrer Produktionskapazität auf den Auslandsverkauf ausgerichtet ist. Türkische PV-Produkte profitieren unter den aktuellen US-Handelsregeln von günstigen Bedingungen. Anders als chinesische Solargüter, die hohen Zöllen gemäß Section 301 unterliegen, und Lieferungen aus Südostasien, die durch Antidumping- und Ausgleichszölle belastet werden, sind in der Türkei produzierte Module keinen solchen Handelsbarrieren ausgesetzt. Dies hat Hersteller wie HT Solar, Smart Solar Technologies und Kalyon PV dazu veranlasst, ihre Exporte in die Vereinigten Staaten und die Europäische Union auszuweiten.
Dennoch begrenzt die unzureichende inländische Zellkapazität die Menge vollständig lokal produzierter Photovoltaikprodukte, die die Türkei liefern kann. Neben den Exportmengen bleibt ein Teil der installierten Kapazität unausgelastet, was das weit verbreitete globale Überangebot an PV-Modulen in der Branche widerspiegelt. Mehrere neu angekündigte Zell- und Waferprojekte haben den Betrieb noch nicht aufgenommen; diese Anlagen sollen zwischen 2027 und 2030 in Betrieb gehen und die inländische Photovoltaik-Lieferkette der Türkei weiter stärken.
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